Zentrifugale Tendenzen. Tallinn – Moskau – Nowosibirsk

7.10.2017 – 18.2.2018
Museum für Architekturzeichnung, Berlin

Die Ausstellung Zentrifugale Tendenzen. Tallinn – Moskau – Nowosibirsk ist die Fortsetzung der Reihe visionärer und gesellschaftskritischer Architektur im Museum für Architekturzeichnung. Nach den Ausstellungen der Werke von Lebbeus Woods, Peter Cook und der Sammlung von Alvin Boyarsky wird die sogenannte Papierarchitektur aus der ehemaligen Sowjetunion vorgestellt. Der Begriff Papierarchitektur wurde in den 1980ern durch den Architekten, Kurator und einen der Protagonisten dieser Bewegung, Juri Awwakumow, geprägt. Er wird oft als Synonym für nicht realisierte, lediglich für die Schublade geplante, Bauvorhaben benutzt – diese Betrachtungsweise wird dem Phänomen jedoch nicht gerecht. Denn mit Papierarchitektur ist vor allem eine in den 1980er Jahren in der Sowjetunion geborene Architekturbewegung gemeint, die als Protest gegen die Routine der staatlichen Planungsbüros entstanden ist.

Die Ausstellung präsentiert etwa fünfzig Zeichnungen, die sich in drei Gruppen untergliedern lassen: die Tallinner Schule, die Papierarchitektur aus Moskau und die aus Nowosibirsk. Zu sehen sind Werke namhafter Künstler, darunter Leonhard Lapin, Juri Awwakumow, Alexander Brodsky und weitere Architekten.

Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Abbildung: Lew Jewsowitsch, Mark Chaisman. Trolleybus-Haltestelle  „Kropotkinskaja“, 1984, Tempera auf Papier, 54,3 x 55,8 cm © Lew Jewsowitsch, Mark Chaisman

Architecture de l’avant-garde russe. Dessins de la collection Serguei Tchoban

20.10.2017 – 19.1.2018
Cabinet des dessins Jean Bonna, École des Beaux-Arts, Paris

Die Ausstellung im Cabinet des dessins Jean Bonna der École des Beaux-Arts in Paris präsentiert Zeichnungen russischer Architekten aus der Sammlung des Museums für Architekturzeichnung und der seines Stifters Sergei Tchoban. Die ausgestellten Werke zeugen von außerordentlicher Entwicklung der Architektur in den ersten zwei Jahrzehnten nach der Oktoberrevolution.

Die Transformationsprozesse in der Gesellschaft brachten neue architektonische Ideen hervor, die von gestandenen Architekten und jungen Absolventen der neuen Schulen ausgingen. Die knapp 50 ausgestellten Zeichnungen illustrieren die innovativen Ansätze der russischen Baumeister zwischen 1920 und 1940, und zwar durch Entwürfe und grafische Techniken, die durch ihre Vielfalt bestechen.

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